„Natürlich sollte es der Anspruch von uns allen sein, oben in der Liga mitzuspielen.“ – Sören Dieckmann vom BVB II im Interview

Es ist Ende Juni – Während sich die Spieler der Profimannschaft noch im Urlaub befinden, schuften die Jungs der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund schon wieder am Trainingsgelände in Dortmund-Brackel für die anstehende Regionalliga-Saison. Das Team steht erneut vor einem großen Umbruch. Einer der erfahrenen U23 Spieler bleib dem BVB treu – Sören Dieckmann spricht im Interview über die letzte Saison, die Vorbereitung zur neuen Saison und den neuen Trainer Jan Siewert.

 

Die Saison 2016/2017 ist vorbei – Platz 2 in der Regionalliga West. Wie bewertest du die abgelaufene Saison?
Ich denke wir haben in der letzten Saison einen hervorragenden Fußball gespielt, wir waren sehr spielstark und waren in den meisten Spielen die klar bessere Mannschaft, haben nur 3 Spiele verloren, die wenigsten von allen Mannschaften. Dennoch müssen wir uns auch vorwerfen zu viele Unentschieden gespielt zu haben. Wir hatten viele Spiele wo einfach der Wille gefehlt hat, dieses eine Tor noch zu schießen. Außerdem war das Spiel gegen Viktoria Köln in der Rückrunde ein harter Schlag. Wir lagen in diesem Spiel 2-mal in Führung und haben trotzdem noch verloren.

 
Wie hast du die freien Tage genutzt?
Die freien Tage habe ich natürlich, wie jeder andere auch, dafür genutzt um mal vom Fußball abzuschalten. Ich habe seit 3 Jahren keinen Sommerurlaub mehr gemacht, deswegen war ich dieses Jahr etwas mehr unterwegs. Freue mich aber auch, dass es jetzt endlich wieder los geht mit Fußball!

 
Zur neuen Saison gibt es einige Veränderungen. Neuer Trainer, neue Mitspieler. Was bedeutet das für dich?
Natürlich ist ein neuer Trainer und neue Mitspieler immer eine gewisse Umstellung für eine Mannschaft. Es gibt vielleicht eine neue Spielidee und man muss sich mit den neuen Spielern erst mal einspielen. Ich denke aber, dass es nicht lange dauern wird und wir das schnell hinbekommen. Außerdem bin ich jetzt schon einer der Älteren im Team, was mit 21 vielleicht etwas komisch ist, aber dennoch ist es da auch meine Aufgabe die neuen Spieler zu führen und ihnen auf und neben dem Platz zu helfen.

 
Sechs Leistungsträger haben den BVBII bereits verlassen – alle mindestens eine Liga nach oben. Spricht das für die starke Leistung unter Daniel Farke im letzten Jahr?
Definitiv spricht es auch für Daniel Farke, dass einige Jungs den Sprung in eine höhere Liga geschafft haben. Er hat uns alle persönlich, als auch spielerisch einen Schritt nach vorne gebracht. Allerdings ist es auch ein Verdienst der Spieler selbst die im jedem Training und Spiel versucht haben, sich zu verbessern und sich mit dem Wechsel in eine höherer Liga somit selber belohnt haben. Ich wünsche Allen viel Erfolg in ihren Ligen und bei ihren neuen Aufgaben!

 
Mit Jan Siewert kommt ein recht junger Trainer zu euch, wie waren die ersten Begegnungen auf dem Platz? Was ist er für ein Typ?
Die ersten Begegnungen waren sehr gut. Ich denke er ist ein sehr zielstrebiger Trainer, der einen genauen Plan hat wie, sein Fußball aussehen soll. Desweiteren legt er viel Wert auf Anstand und Respekt. Ich denke in den nächsten Wochen wird man sich noch besser kennenlernen und mehr Gespräche führen.

 
Welches Ziel setzt ihr euch für die kommende Saison?
Es ist schwierig nach so kurzer Zeit und ein paar Trainingseinheiten zu sagen was die Ziele für die neue Saison sind. Natürlich sollte es der Anspruch von uns allen sein, oben in der Liga mitzuspielen. Wir haben sehr viele talentierte Spieler in unseren Reihen und jeder von ihnen will eine gute Rolle in der Regionalliga spielen, deswegen bin ich optimistisch, dass wir uns schnell finden werden.

In einer anderen Regionalliga Staffel kursiert zurzeit das große Thema „U20 Nationalmannschaft aus China“. Wie beurteilst du die Pläne ein solches Team im normalen, deutschen Ligaalltag spielen zu lassen? Ist das vorstellbar?
Um ehrlich zu sein habe ich mich nicht so genau mit dem Thema befasst. Allerdings sind in der Liga nur 19 Mannschaften, wenn ein Team außer Konkurrenz spielt, hat das Team was am Wochenende aussetzten müsste, wenigstens ein gutes Trainingsspiel.

 
Kommen wir mal zu deiner Person. Du bist seit Sommer 2015 bei der U23. Hast du ein bestimmtes Ritual vor dem Spiel?
Ich bin als A-Jugend Altjahrgang gekommen und spiele jetzt mein drittes Jahr bei der U23. Um ehrlich zu sein habe ich nicht wirklich ein Ritual, das Einzige was ich mache ist, dass ich immer mit dem rechten Fuß zuerst das Spielfeld betrete.

 
An welchen BVB-Moment erinnerst du dich besonders gern zurück?
Ich erinnere mich an mehrere Momente gerne zurück. Zum einen an das Westfalenpokal Finale in der U19 was wir gegen Schalke gewannen. Aber welches Ergebnis am kürzesten zurück liegt ist das 2:2 in Gladbach. Wir haben ab der 10. Minute in Unterzahl gespielt, zur Halbzeit stand es 0:2 – wir haben denn noch das 2:2 gemacht und hätten sogar gewinnen müssen! Das war ein geiles Spiel.

 
Neben dem Fußball bist du noch Student. Wie wichtig ist es, neben dem Fußball noch ein zweites Standbein aufzubauen, falls es für die große Karriere nicht reicht?
Es ist auf jeden Fall sehr wichtig auch neben dem Fußball etwas für seine Zukunft zu machen. Immerhin spielen wir nur in der zweiten Mannschaft von Borussia und keiner verdient so viel, dass er damit für sein Leben ausgesorgt hat. Außerdem kann sich durch eine Verletzung auch alles verändern. Deswegen sollte man was nebenher machen um nicht nach dem Fußball von 0 anzufangen.

 
Ihr habt in der vergangenen Saison schon vor 300 Zuschauern, aber auch schon vor 6.000 wie gegen Wuppertal hier im Stadion Rote Erde gespielt. Wie würdest du die BVB-Fans beschreiben und was ist das besondere im Stadion Rote Erde, im Schatten des großen Westfalenstadions zu spielen?
Für mich gibt es keine besseren Fans als die von Borussia Dortmund. Für eine zweite Mannschaft so viel Aufwand zu betreiben ist unbeschreiblich. Wir hatten letztes Jahr bei fast jedem Heimspiel eine Choreographie und alleine dass überhaupt so viele Fans zu einer zweiten Mannschaft kommen, ist einzigartig. Natürlich ist es auch schön in so einem traditionsreichen Stadion zu spielen, auch wenn der Platz nicht immer Weltklasse ist (lacht), dennoch hat jeder den Traum einmal im Stadion nebenan aufzulaufen. Es muss einfach ein unbeschreibliches Gefühl sein, vor der Südtribüne spielen zu dürfen!

 

Interview: Timo Lammert

Foto: Andreas Finke

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s